Alpha-Gefängniskonferenz in Polen

Alpha-Gefängniskonferenz in Polen

Alpha im Gefängnis Koordinatorin Johanna Weddigen berichtet von der Alpha-Gefängniskonferenz in Polen:

Ich war 30 Jahre in Haft. Ein Tag, nachdem ich entlassen wurde, bin ich als Alpha-Mitarbeiter zurück ins Gefängnis gegangen, um den Insassen zu sagen, dass sie eine Chance haben.

Als Kryz vorne auf der Bühne saß und von dem erzählte, was er bei Alpha im Gefängnis erlebt hatte, waren alle im Raum berührt. Auf der Gefängniskonferenz in Łódź, Polen sind 300 Teilnehmende zusammengekommen, um sich zu vernetzen, zu schulen und zu ermutigen. 100 von ihnen waren Beamte aus den Gefängnissen, in denen Alpha bereits läuft. Andere waren ehemalige Insassen, Alpha-Teams und Vertreter der Kirche. Kryz war bereits 28 Jahre in Haft, als der erste Alpha in seinem Gefängnis stattfand. Nun saß er auf der Bühne und wurde von seiner ehemaligen Kleingruppenleiterin interviewt. Er sagte: „Als ich zu Alpha kam, konnte ich Liebe in euch sehen - ihr wart so aufrichtig. Als ihr mir gesagt habt, dass Jesus mich liebt, konnte ich es glauben. Ich bin jetzt bei Alpha aktiv, weil ich so viel in dieser Zeit bekommen habe und ich will, dass Andere diese Erfahrung auch machen können. Die Insassen müssen wissen, dass sie geliebt sind und dass es einen Ort gibt, wo sie sein dürfen, wo sie Zugehörigkeit erfahren können.“ 

Der Begriff der Zugehörigkeit war zentral auf dieser Konferenz. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Der natürliche Rahmen, in dem wir dies erleben, ist zunächst die Familie. Viele Insassen berichten, dass dies in ihren Familien nicht möglich war und sie Zugehörigkeit an anderen Orten suchten und bereit waren dafür viel zu geben, auch wenn es kriminelle Aktivitäten beinhaltete. Krys hat durch Alpha zum ersten Mal in seinem Leben eine Gemeinschaft gefunden, wo er sich zugehörig fühlte, ohne dafür etwas tun zu müssen. Er wurde so angenommen wie er ist und musste sich die Freundlichkeit, Offenheit und Liebe der Ehrenamtlichen nicht erst erarbeiten. Wie schön wäre es, wenn unsere Gemeinden ein Ort wären, wo die Menschen Zugehörigkeit finden, die sie so sehr brauchen. Die Insassen können nicht zu uns kommen, aber wir können und sollten zu ihnen gehen:

Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt. (Hebräer 13,3) 

Besonders beeindruckend auf dieser Konferenz war es die Einheit von Kirche, Gefängnissen und Alpha sehen zu dürfen. Die Kirche nimmt ihren Auftrag an, geht zu den Gefangenen und ist dankbar über die gute Unterstützung, die Alpha hier bietet. Die Gefängnismitarbeitenden haben vielfach davon berichtet, wie sich die Atmosphäre im Gefängnis verändert hat, seit Alpha dort durchgeführt wird. Der General Director für die Gefängnisse in Polen, Jacek Kitlinski, hat für die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Alpha-Mitarbeitenden gedankt und das Alpha-Konzept als das gewinnbringendste Konzept für die Insassen bezeichnet, welches er je kennengelernt hat. Eben dieses Engagement von allen Seiten braucht es, damit die Insassen einen Ort finden können, wo sie Zugehörigkeit erfahren dürfen und das auch über die Haft hinaus. Ich wünsche mir, dass diese Einheit auch in Deutschland entsteht und ich glaube es beginnt damit, dass die Kirche ihren Auftrag wahrnimmt und zu den Gefangenen geht, für sie betet, ihnen eine Gemeinschaft ermöglicht und ihnen eine Relevanz in ihrem Gemeindealltag einräumt. Ich bin mir sicher, dass Jesus uns nicht nur den Auftrag gab die Insassen zu besuchen, um ihnen zu dienen, sondern auch, weil wir als Kirche und als Ehrenamtliche davon profitieren. In Jesaja 45,3 heißt es: Ich gebe dir verborgene Schätze und Reichtümer, die im Dunkel versteckt sind. So sollst du erkennen, dass ich der HERR bin, der dich bei deinem Namen ruft, ich, Israels Gott. Kryz ist ein solcher Schatz, der im Dunkeln versteckt war.

Heute ist er verheiratet und einer der regionalen Koordinatoren für Alpha im Gefängnis. An solchen Lebenswandlungen wird auch uns einmal mehr klar, dass Gott der Herr ist und niemand bleibt unberührt, wenn er dies miterleben darf. Alpha möchte Gemeinden in diesem Dienst unterstützen und in enger Zusammenarbeit mit den Gefängnisseelsorgern Insassen die Chance geben, einen Ort der Zugehörigkeit zu finden. Hierzu bieten wir spezielle Materialien und Schulungen sowie im November ein Netzwerktreffen für Alpha im Gefängnis in Kassel an.  

Kryz, seine Ehefrau und Johanna Weddigen

Kryz, seine Ehefrau und Johanna Weddigen

Danke Alpha Polen für dieses schöne Erleben von Einheit, auch zwischen den internationalen und polnischen Teilnehmern und Sprechern, wo trotz Sprachbarrieren und Dank Google Translator füreinander gebetet und auch miteinander gefeiert wurde.  

Wie der Erzbischof von Łódź, Grzegorz Rys, zu Beginn der Konferenz sagte: Lasst uns ein Zuhause für alle Menschen sein.

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