Frisch und Unverfälscht - St. Paulus Dresden

Frisch und Unverfälscht - St. Paulus Dresden

Mein Glaube war ein Toleranzprojekt.

Sieben Personen sitzen in einer kleinen Dresdner Familienwohnung bei einem gemütlichen Essen zusammen und diskutieren über Gott und die Welt. Trotz aller Unterschiede verbindet sie etwas: Alpha war ein Schlüssel zu ihrer Gottesbeziehung.

Schon nach einer halben Stunde habe ich als Gast aus der Schweiz das Gefühl, zu dieser Runde, in der auch Pfarrer Christoph Baumgarten (53) mit dabei ist, den ich bereits den ganzen Tag begleitete, dazuzugehören. Wir erzählen einander, wie wir Gott entdeckten, welchen Unterschied Jesus in unserem Leben macht und wie der Heilige Geist in uns Erneuerung und Heilung schenkt. Ob schon seit langem kirchlich unterwegs, von klein auf gläubig oder atheistisch aufgewachsen: Für uns alle stand Alpha am Anfang eines neuen Weges in den Glauben.

HENDRIK erzählt, wie er sich aus Liebe zu seiner Frau dem katholischen Glauben zuwandte und dies am Anfang als «Toleranzprojekt » sah. Als er Vater wird, geschieht eine unerwartete Veränderung. Er möchte selbst an diesen erstaunlichen Gott glauben können, der ihm einen Sohn geschenkt hat. So entscheidet er sich für die Taufe, worauf er zuerst in einen Alpha eingeladen wird. Dort erlebt er, dass viele gleich wie er auf einer Entdeckungsreise sind, und er findet Freunde.

BEATE erlebte die Kirche schon früh als «verlorene Zeit». Sie erzählt schalkhaft, dass sie oft die Sonntagsmesse geschwänzt und dann, damit dies die Eltern nicht herausfinden, eine Predigt erfunden habe. Mit den eigenen Kindern geht sie zwar als Vorbild weiterhin in die Kirche und ist Teil des Kirchenvorstandes. Doch erst, als diese ausziehen, beginnt sie sich intensiver mit dem Kern der kirchlichen Botschaft auseinanderzusetzen und stösst so auf Alpha. Hier findet sie nicht nur Antworten, sondern auch tiefe Beziehungen. Sie beginnt, in der Gemeinde mitzuarbeiten, und bringt Freunde mit in den Alpha. Vor wenigen Wochen lädt Beate ihre Schwester zu Alpha ein, kurz nachdem bei dieser Krebs diagnostiziert wurde. Genau einen Tag vor dem Start der Chemotherapie dreht sich das Treffen um die Frage «Heilt Gott heute noch?». Die Schwester kann sich segnen lassen und erlebt nun, wie ein tiefer Friede und eine Gelassenheit ihre Angst vertrieben haben. Sie ist damit nicht allein: Alle in der Runde erzählen, wie sie Gott im Alltag ganz praktisch erleben, wie ihre Gebete erhört werden und Gott auf oft unerwartete Weise ihr Leben segnet. Diana sagt dazu: «Bei Alpha habe ich begonnen, nicht nur für mich, sondern auch für andere zu beten und Gott mit ihren Anliegen in den Ohren zu liegen. Es tut so gut, zu sehen, dass Gott treu ist und uns hört!» Diesen ehrlichen und lebendigen Abend beenden wir mit ein paar Liedern und einem Segen. Schlussendlich verabschiede ich mich von Freunden, die mein Herz in so kurzer Zeit gewonnen haben.

TAUFPATEN-NOTSTAND Begonnen hatte der Tag für mich in der mir unbekannten St. Petruskirche in Dresden-Strehlen, wo ich den ruhigen und demütigen Christoph Baumgarten treffe. Kurz nachdem er hier als Pfarrer eingesetzt wurde, veranlassen ihn zwei Frauen, eine «Einführung in den Katholischen Glauben» anzubieten; die eine möchte zum Katholizismus konvertieren, und die andere möchte sich taufen lassen.

Mein Glaube war ein Toleranzprojek

Vierzehn Interessierte melden sich an, zwei lassen sich taufen. Ein Jahr später sucht er für weitere Taufinteressierte Paten in der Gemeinde. Doch niemand ist bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. In der Hoffnung, einen Kurs zur Patenbegleitung kennenzulernen, fährt er an ein Symposium. Hier hört er zum ersten Mal von Alpha, hat gegenüber dem «evangelischen» Angebot aber Vorbehalte. Bald darauf wird er jedoch von einer neuen Gemeindebesucherin angesprochen, die ihm erzählt, wie sie an einem anderen Ort Alpha kennengelernt habe: «Ich habe mit Gott vereinbart, nach meinem Umzug in die nächste ‹offene› Kirche zu gehen und dort Alpha zu starten.» «In diesem Moment konnte ich nur staunen», lächelt Christoph. Denn erst kurze Zeit zuvor hatten sie ein neues Schild angebracht, das mit den Worten «offene Kirche » auf die etwas versteckte Gemeinde hinweist. In der Zwischenzeit ist Alpha zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens geworden.

GEMEINSCHAFT FEIERN «Für uns in Dresden ist Alpha ein Glücksfall. Denn im Alltag begegnen wir oft Menschen, die keinen kirchlichen Hintergrund und kein Konzept von Gott haben. Alpha beginnt so niederschwellig, dass alle daran anknüpfen können und einen Raum für ihre Fragen finden. Es lässt über Wochen hinweg ein Bild entstehen, wie christliches Leben aussehen kann», ist Christoph begeistert. «Gott hat durch Alpha nicht nur Menschen verändert, befreit und berufen, sondern prägt auch die Gemeinde als Ganzes.» Während schon früher gemeinsame Projekte durchgeführt wurden – beispielsweise einen Garten winterfest zu machen –, gehört heute auch ein Frühstück dazu, damit die Gemeinschaft gefeiert werden kann. So entstehen Brücken zwischen langjährigen und neuen Mitgliedern. «Ob treues Gemeindeglied, welches gerne die Grundlagen des christlichen Glaubens auffrischen will, Konvertiten und Täuflinge im Erwachsenenalter oder Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, jede und jeder «Mein Glaube war ein Toleranzprojekt.» ist bei uns willkommen», sagt der Pfarrer lächelnd. Neben Alpha bietet die Gemeinde heute auch einen Glaubenskurs und Einführungskurse zur Taufe und Firmung von Erwachsenen an. Und das Beste: Dank Alpha muss er all diese Angebote nicht mehr alleine stemmen, sondern kann auf Menschen zählen, die mittragen und sich um neue Teilnehmer kümmern. Auch sein Traum, jedem Täufling einen Paten zur Seite stellen zu können, hat sich erfüllt.

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EINE KIRCHE BIETET FREUNDSCHAFTEN AN Um nach Alpha weiter am Ball zu bleiben, sind in den letzten Jahren verschiedene Bibel- und Lebensgruppen entstanden. Für viele sind diese Freundschaften fast schon wie Familie. Man teilt Sorgen und Freuden miteinander, hilft sich gegenseitig im Alltag oder begleitet Kranke. Alpha weitete aber auch den Blick und das Herz für die Kirchenlandschaft, wodurch Brücken zu anderen freikirchlichen oder evangelischen Gemeinden entstanden sind. So lud ein frei-evangelischer Pastor Christoph ins Komitee für einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Stadtfest ein. «Ich durfte erfahren, wie Jesus über Konfessionsgrenzen hinweg ins Zentrum gestellt wird. Diese Weite entspringt der DNA von Alpha», ist er überzeugt. \\

ein Bericht von Rachel Stössel

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